Im Ju-Jutsu finden verschiedene Wettkämpfe statt, welche von unterschiedlichen Gruppen und Verbänden ausgerichtet werden. Die Disziplinen sind das Duo-System, das Fighting System, der Formenwettkampf sowie der Allkampf.
Das Ju-Jutsu Fighting und Duo System unterscheiden sich in erster Linie darin, dass beim Fighting jeder für sich ("Mann gegen Mann" mit frei wählbaren Techniken und Taktiken) kämpft und beim Duo geht ein Kämpferpaar an den Start und präsentiert perfekte und spektakuläre Selbstverteidigungskombinationen, die von 5 Kampfrichtern mit 1 bis 10 Punkten bewertet werden.
Beide Kampfformen werden auf einer Mattenfläche (japanisch: Tatami) von 12 x 12 Metern ausgetragen. Beim Fighting sind ein Hauptkampfrichter und zwei Seitenkampfrichter im Einsatz, beim Duo gibt es ein Hauptkampfrichter und fünf Seitenkampfrichter.
Fighting System
Die Kampfzeit eines Kampfes beträgt 1 x 3 Minuten. Es wird gemäß dem internationalen Vorgaben mit rotem oder blauen Gürtel gekämpft und die eine Schutzausrüstung, bestehend aus Schienbein- und Spannschützer, Handschützer und Tiefschützer sind Pflicht, bei der Jugend ebenfalls der Zahnschutz. Schützer müssen in der Gürtelfarbe getragen werden. Erstaufgerufener bei einem Kampf trägt rot, Zweitaufgerufener blau.
Der Ju-Jutsu Fighting Wettkampf besteht aus drei Teilen (Parts). Der Kampf beginnt mit dem ersten Part. In diesem Part versuchen die Kämpfer durch Schläge und Tritte (Atemitechniken) zu punkten. Dabei dürfen nur runde, dass heißt seitlich ankommende Tritte und Schläge verwendet werden, welche den Kopf nur leicht berühren dürfen (Leichtkontakt). Bei Atemitechniken zum Kopf wird auf eine kontrollierte Ausführung geachtet. Zu Part eins gehören auch Atemitechniken zum Körper, welche ebenfalls kontrolliert ausgeführt werden müssen, jedoch mit etwas stärkeren Kontakt erlaubt sind (Halbkontakt). Hier sind gerade Techniken erlaubt. Nach ca. 20 Sekunden sollten beide Kämpfer in den Griffkontakt übergegangen sein, andernfalls gibt es eine Verwarnung. Ab diesem Moment befinden sich die Kämpfer im Part zwei. In diesem Part wird versucht den Gegner ausschließlich durch einen Wurf oder einen Hebel zu Boden zu bringen. Der Bodenkampf bildet dann den dritten Part. Hier ist das Ziel seinen Gegner 15 Sekunden mit Hilfe einer Festlegetechnik zu halten oder ihn durch eine Würge- oder Hebeltechnik vorzeitig zum Abschlagen zu bringen. Sollte nach 3 Minuten kein Gewinner feststehen, so wird nach einer Pause von einer Minuten eine zweite Kampfzeit von 3 Minuten gekämpft. Die minimale Erholungszeit zwischen 2 Kämpfen liegt bei 5 Minuten. Zwischen den 3 Parts kann beliebig gewechselt werden.
In Deutschland gibt es verschiedene Arten von Turnieren, auf denen sich die Kampfsportler messen können, z.B.:
1. Nachwuchsturniere (z.B. Vereinsturniere, Nikolausturniere) 2. Qualifikationsturniere (Landesmeisterschaften, Gruppenmeisterschaften West, Süd, Nord und Ost sowie Deutsche Einzelmeisterschaften) 3. Internationale Turniere (German Open, Hamburg Open)
Die deutschen internationalen Turniere sind ebenfalls Qualifikationsturniere, allerdings für die Weltmeisterschaften. Mitglieder des Landes- und Bundeskader sind auf Nachwuchsturnieren nicht startberechtigt; diese Turniere haben die Funktion den Nachwuchs zu fördern und nicht durch überlegene Gegner zu verschrecken. Weiter gibt es Turnierformen die nur innerhalb der Polizei oder nur durch immatrikulierte Studenten ausgetragen werden dürfen wie z.B. Polizeimeisterschaften oder Hochschulmeisterschaften.
Duo System
In einem Duo-Wettkampf treten je zwei Partner gemeinsam an, und führen nach vorgegebenen Angriffen einen Schaukampf vor. Bewertet werden hierbei unter anderem die Sauberkeit, Schnelligkeit und Präzision, mit der die gezeigten Techniken angewendet werden, sowie der dynamische Gesamteindruck. Für einen Betrachter ist es oft nicht erkennbar, dass es sich um einen einstudierten Schaukampf handelt, da geübte Duo-Kämpfer einer wirklichen Auseinandersetzung entsprechende Dynamik an den Tag legen.
Angesagt werden die vorgegebenen Angriffe durch den Hauptkampfrichter. Bewertet wird das Paar von fünf Seitenkampfrichtern die Punkte von 1 bis 10 vergeben können.
Insgesamt gibt es vier Serien à fünf Angriffe. Gekämpft werden aber nur 3 Angriffe pro Serie.
Serie A - Kontaktangriffe
Serie B - Schlag- und Trittangriffe
Serie C - Umklammerungs- und Würgeangriffe
Serie D - Stock- und Messerangriffe
Zuletzt aktualisiert am Montag, 07. Dezember 2009 um 13:25 Uhr